Contents (detailed) |
Beitrag 7, Einstellungsprotokoll:
- Hausfassade hinter Bäumen (total)
- Schild mit Inschrift: "Altersheim / der jüd. Gemeinde / von Groß-Berlin" (groß)
- Zehn ältere Menschen auf Balkon an zwei Tischen sitzend. Eine Frau vor Stuhl stehend, sich dann setzend (total)
- Zwei Männer an Holztisch auf Bank im Garten sitzend. Links sitzend [Herr] Heilbrunn (Überlebender von Sachsenhausen. Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde von Berlin). In Rückenansicht den Männern gegenüber sitzend Interviewer mit Mikrofon (halbnah)
- Rechts sitzender Mann (Porträt, nah)
- Zwei Männer an Holztisch auf Bank im Garten sitzend. Links sitzend Heilbrunn. In Rückenansicht den Männern gegenüber sitzend Interviewer mit Mikrofon (halbnah)
- Zwei Polizei-Mannschaftswagen fahren auf Kamera zu (halbnah) (vgl. DER AUGENZEUGE NR. 6 / 1966, Beitrag 2)
- Zwei Männer mit kleinen Handkameras stehen auf Straße (halbnah)
- Beide Polizei-Mannschaftswagen fahren auf Kamera zu und an ihr vorbei. Ansicht von hinten (halbnah)
- Mann in Uniform schließt Schranke vor Gericht. Vor Schranke in Rückenansicht Mann mit Kamera. Hält auf die stehenden Polizeiwagen (halbnah, Schwenk nach links, total)
- Die Angeklagten des Ersten Frankfurter Auschwitz-Prozeßes. Von links nach rechts: Stefan Baretzki (Blockführer), Emil Bednarek (Blockältester), Wilhelm Boger (Politische Abteilung), Arthur Breitwieser (Politische Abteilung), Pery Broad (Politische Abteilung), Franz Hofmann (Schutzhaftlagerführer), Oswald Kaduk (Rapportführer u. Blockführer), Josef Klehr (SS-Sanitätsgrad), Franz Lucas (Lagerarzt), Robert Mulka (Adjutant von Rudolf Höss), Victor Capesius (SS-Apotheker), Klaus Dylewski (Politische Abteilung), Willy Frank (SS-Zahnstation), Emil Hantl (SS-Sanitätsgrad), Karl Höcker (Adjutant des Lagerkommandanten Richard Baer), Willi Schatz (Lagerzahnarzt), Herbert Scherpe (Politische Abteilung), Bruno Schlage (Blockführer), Johann Schobert (Politische Abteilung), Hans Stark (Politische Abteilung) (Fotos, Schwenk von links nach rechts). Schrift unter Fotos: "Baretzki - Bednarek - Boger - Breitwieser - Broad / Hofmann - Kaduk - Klehr - Lucas - Mulka / Capesius - Dylewski - Frank - Hantl - Höcker / Schatz - Scherpe - Schlage - Schobert - Stark" (vgl. Einst. in DER AUGENZEUGE NR. 38 / 1966, Beitrag 7)
- Mann, umgeben von Journalisten, sprechend (halbnah)
- Friedrich Karl Kaul (Nebenkläger im Auschwitz-Prozeß), sprechend (Porträt, nah)
- Richterbank. Richter stehend. Zweiter von links vermutl. Hans Hofmeyer (Vorsitzender Richter im Auschwitz Prozeß) (Foto, vergl. Aufnahme in DER AUGENZEUGE NR. 6 / 1966, Beitrag 2)
- Kaul, sprechend (Porträt, nah)
- I.G. Farben Gelände (Schwenk nach links)
- Auschwitz: Heinrich Himmler (Reichsführer SS, Innenminister) reicht Max Faust (vermutl.) (I.G. Farben, Oberingenieur) Hand (halbnah, Foto)
- Faust (vermutl.) u. Himmler, Porträts (nah, Schwenk nach rechts, Foto)
- Sich auskleidende Männer in Raum. Angebrachte Kleiderhaken. Mann im Vordergrund trägt Gebetsschal (total)
- Sich auskleidender Mann, Hemd über Kopf ziehend (halbnah)
- Anderer sich auskleidender Mann mit Brille. Hinter ihm Jugendlicher, sich ebenfalls auskleidend (halbnah)
- Giftgas-Büchse. Aufschrift: "GIFTGAS! / 575293 (...) / (...) NUR DURCH / GEÜBTES PERSONAL / ZU ÖFFNEN / UND ZU / VERWENDEN / ZYKLON" In Mitte der Büchse Totenkopf abgebildet. Weitere Aufschrift: "Gewähr für Haltbarke(...) / ZYKLON / [Tesch u. Stabena(...)] / Internationale Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung / HAMBURG 1 - MESSBERGHOF / Alleinanwendungsberechtigt für das ostelbische Rei(...) / einschl. Sudetengau, das Generalgouvernement, da(...) / (...) u. für Dänemark, Finnland u. Norwe(...)" (Detail, Fahrt nach rechts um Büchse herum)
- Hausfassade hinter Bäumen, ähnliche Einst. wie zu Filmbeginn (total)
- Insassen des Altenheims der Jüdischen Gemeinde von Berlin auf Balkon an zwei Tischen sitzend (total)
- Älterer Mann (Porträt, nah)
- Ältere Frau (Porträt, nah)
- Andere Frau (Porträt, nah)
- Weitere ältere Frau (Porträt, nah)
- Vierte ältere Frau (Porträt, nah)
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Tonprotokoll:
Beitrag zum Teil mit Musik. Sprecher.
- Sprecher: "Ein unauffälliges Haus im Norden Berlins. Ein Schild: 'Altersheim der jüdischen Gemeinde zu Berlin'. Hier sprachen wir mit dem ehemaligen Sachsenhausen-Häftling und Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde, Herrn Heilbrunn"
- Interviewer: "(...) Garten und in dem Haus war vor dem Krieg, vor 1942 genauer gesagt, ein Kinderheim"
- O-Ton Heilbrunn: "Ja, ein Säuglings- und Kinderheim, als Wohlfahrtsinstitut der Gemeinde eingerichtet"
- Interviewer: "Wo sind die Kinder geblieben?"
- O-Ton Heilbrunn: "Die Kinder wurden dann - es mögen etwa 150 gewesen sein - im Jahr 1942 abgeholt und umgebracht (...) nie wieder etwas von ihnen gehört. Man weiß auch nicht, wo die geendet sind, aber vermutlich in Auschwitz"
- Interviewer: "Was halten Sie vom Auschwitz-Prozeß?"
- O-Ton Heilbrunn: "Es ist schandbar und unfaßbar nach menschlichen, humanistischen Begriffen, derartige Urteile zu hören"
- Sprecher: "Frankfurt am Main. Nach 20-monatiger Verhandlung wurden unter Ausschluß von Film und Fernsehen die Urteile gegen die Angeklagten im Auschwitz-Prozeß verkündet. Urteile, die in ihrer Milde angesichts der von allen Angeklagten begangenen Bestialitäten nur schwer zu begreifen sind. Nach dem Spruch der Richter fragten wir den Nebenkläger der DDR, Professor Doktor Friedrich Karl Kaul, nach seiner Meinung"
- O-Ton Friedrich Karl Kaul: "Das Urteil wirkt enttäuschend und muß enttäuschend wirken. Das Gericht hat diese Handlungen als einzelne, kriminelle Taten gewertet, und hat insoweit den Zusammenhang auseinandergezogen und ihn praktisch durchbrochen. Im Gegensatz zu der strafrechtlichen Wirklichkeit, daß diese Handlungen eigentlich nur Einzelelemente eines ganzen, einheitlichen Komplexes sind, der eben getragen wird durch die Tatgemeinschaft, zu der sich Konzern-Industrie, Ministerialbürokratie und Wehrmachtsführung zusammengefunden hatten"
- Sprecher: "Die Konzern-Industrie saß nicht auf der Anklagebank, auch nicht der I.G.-Farben Direktor Ambross oder Herr Faust von der gleichen I.G. - hier mit Himmler in Auschwitz. Im April 1941 schrieb Herr Ambross in einem Brief: 'Anläßlich eines Abendessens, das uns die Leitung des Konzentrationslagers gab, haben wir weiterhin alle Maßnahmen festgelegt, welche die Einschaltung des wirklich hervorragenden Betriebes des KZ-Lagers zu Gunsten der Buna-Werke betreffen. Ich verbleibe mit besten Grüßen, ihr Otto Ambross.'"
- Sprecher: "Ein unauffälliges Haus im Norden Berlins. Im Namen und im Auftrag von sechs Millionen ermordeter jüdischer Menschen fragen die Überlebenden: Wann werden die Verantwortlichen der IG Farben gerichtet?"
Lt. Kopie Bundesarchiv - Filmarchiv, Berlin |