Staff |
Editor: Kurt Maetzig (Gesamtleitung), Marion Keller (Gesamtleitung);
Production manager: Paul Schmidt;
Location manager: Fritz Anton, Max Jaap;
Camera: Heinz Jaworsky (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge), Harry Bremer (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge), Walter Fehdmer (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge), Ewald Krause (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge), Erich Nitzschmann (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge), Fritz Rudolph (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge), [Herr] Siegert (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge);
Editing: Ella Ensink;
Sound: Heinz Reusch;
Musical adaptation: Kurt Froboess (Für Jg. 1947, nicht nachgewiesen für Folge u. Beiträge), Hanson Milde-Meißner (Für Jg. 1947, nicht nachgewiesen für Folge u. Beiträge);
Narration: G. Begeré (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge), I. Kilian (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge), I. Krebs (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge), [Herr] Tappe (Für Folge, nicht nachgewiesen für Beiträge) |
Bibliography |
- Jordan, Günter: "Der Augenzeuge", Schwarzweiß und Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946-92, Jordan, Günter / Schenk, Ralf (Red.); Filmmuseum Potsdam (Hg.), Berlin: Jovis, 1996
- Gröschel, Jutta: Die Deutschlandpolitik der vier Grossmächte in der Berichterstattung der deutschen Wochenschauen 1945-1949. Ein Beitrag zur Diskussion um den Film als historische Quelle, Beiträge zur Kommunikationsgeschichte, Bd. 5, Sösemann, Bernd (Hg.), Berlin: De Gruyter, 1997 |
Contents (detailed) |
Beitrag 9, Einstellungsprotokoll:
- Aufblende
- Bahnhof. Bahnsteig mit wenigen Menschen (total)
- Menschen in offenem Waggon am Bahnhof (total)
- Drei Menschen am Bahnsteig stehen zusammen mit Frau in Schaffneruniform (total)
- Menschen in offenem Waggon am Bahnhof. Bekommen etwas aus Papier gereicht, vermutl. Eßbares (total)
- Kleiner Junge, ca. vier Jahre (Portrait) (nah)
- Mann mit Hut (seitl. Portrait) (nah)
- Menschen holen Gepäck aus Waggon u. sortieren es. Ein Mann trägt einen Koffer weg (total, leichter Schwenk nach links)
- Raum mit vielen Menschen an langen Tischen und Bänken beim Essen (total) (kurze Einst.)
- Ältere Frau trinkt aus Tasse. Frau mit zwei Kindern. Rechts kleiner Junge, ca. acht Jahre alt. Links kleines Mädchen mit Schleifen im Haar, ca. fünf Jahre alt. Vor ihnen stehen Tassen. Weiterer kleiner Junge (halbnah) (langsamer Schwenk nach rechts)
- Zwei Männer. Unterhalten sich (halbnah)
- Menschen, Gepäck sortierend (total)
- Frau, stehend, sprechend (O-Ton). Hinter ihr stehen viele Koffer (halbnah)
- 84-jähriger Mann, stehend, sprechend (O-Ton) (halbnah)
- Menschenmenge in Rückenansicht (weit)
- Berlins CDU-Bürgermeister Ferdinand Friedensburg, stehend, sprechend (Untersicht, halbnah)
- Mann mit Hut, stehend, zuhörend (seitl. Einst.) (nah)
- Ältere Frau, stehend, zuhörend (nah)
- Mann, stehend, zuhörend (nah)
- Frau, sitzend, zuhörend (halbnah)
- Kleines Mädchen, ca. zehn Jahre, stehend, zuhörend (Portrait, nah)
- Mann mit Hut, stehend, zuhörend (gleiche Einst. wie vorher, total)
- Abblende
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Tonprotokoll:
Gesamter Beitrag mit Musik. Sprecher.
- Sprecher: "Deutsche Bürger, die wegen ihrer jüdischen Religion verfolgt waren, und sich nach China retteten, kehrten jetzt in die Heimat zurück. Nach neunjährigem Aufenthalt verließen sie Shanghai, um in Berlin ein neues Leben zu beginnen. Nur ein Teil von ihnen findet Familienangehörige oder Freunde vor"
- Sprecher: "Sie wissen, daß es bei uns Entbehrungen und alle Schwierigkeiten einer Nachkriegszeit zu ertragen gibt. Die Tatsache ihrer freiwilligen Rückkunft macht uns daher umso größeren Eindruck"
- O-Ton Frau: "Wir hätten in China bleiben können. Aber wir haben Sehnsucht nach der Heimat gehabt"
- O-Ton älterer Mann: Ich bin im Jahre 1940 nach Shanghai gegangen und jetzt hierher nach Deutschland zurückgekehrt, um meinen, da ich 84 Jahre alt bin, um meinen Lebensabend hier zu beschließen, bei meinen Kindern"
- Sprecher: "Berlins Bürgermeister Friedensburg, CDU, grüßt die Zurückgekehrten"
- O-Ton Ferdinand Friedensburg: "Unsere jüdischen Freunde sind zu uns zurückgekehrt, nicht, um hier inmitten einer verarmten, verängstigten, bedrückten Bevölkerung nun selbst ein sorgenfreies Leben zu führen, sondern um mit uns unsere Nöte, unseren Kummer, unsere Sorgen, unseren Hunger zu teilen. Dafür seien sie herzlich bedankt"
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Beitrag 10, Einstellungsprotokoll:
- Aufblende
- Insert: "VOLKS / KUNST / TAGE"
- Wilhelm Dallmann (phon.) in kleinem Gärtchenstück kniend, Setzlinge pflanzend (total)
- Karl-Heinz Vogel (phon.) an Werkmaschine (total)
- Erhardt Matthes (phon.) an Maschine (halbnah)
- Erwin Kahl (phon.) in Auto sitzend (halbnah)
- Spiel der Laienspieltruppe aus "Die Illegalen" von Günther Weisenborn: Vorhang öffnet sich. Bühne:SS-Mann sitzt hinter Tisch, ein zweiter steht daneben. Mann in Handschellen kommt dazu. Setzt sich vor den Tisch. Wird verhört. An hinterer Wand steht in großen Lettern: "(...) / KUNST FÜR DAS VOLK" (total)
- Mann wird von SS-Mann am Kragen gepackt u. geschüttelt (halbnah)
- Gefangener auf Stuhl sitzend u. SS-Mann hinter ihm stehend (halbnah; Einst. gekippt)
- Beide SS-Männer (nah; Einst. gekippt)
- Gefangener allein auf Stuhl (nah; Einst. gekippt; beiden letzten Einst. zwei Mal)
- Gefangener auf Stuhl sitzend u. SS-Mann hinter ihm (halbnah; Einst. gekippt)
- SS-Männer an Schreibtisch. Gefangener davor auf Stuhl sitzend (total dann Schwenk zu anderer Bühnensituation)
- SS-Mann hinter Schreibtisch stehend, andere sitzt vor Schreibtisch auf Stuhl. Mädchen mit geflochtenen Zöpfen kommt dazu. Wird auf den Schoß genommen (total)
- Gefangener kommt dazu. Mädchen läuft auf ihn zu mit Blume in der Hand (total)
- Mann umarmt Mädchen (halbnah)
- SS-Mann stößt Gefangenen von Kind weg. Mann spricht Schlußworte (total)
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Musik zu Beginn des Beitrags, solange Sprecherin in den Beitrag einführt u. am Schluß des Stücks
Tonprotokoll:
- Sprecherin: "Die Mitglieder der Laienspielgruppe Berlin-Wedding Wilhelm Dallmann (phon.), Gärtner von Beruf (phon.), der Werkzeugmacher Karl-Heinz Vogel (phon.), der Schlosser Erhardt Matthes (phon.) und der Autosattler Erwin Kahl (phon.), gaben in der Volkskunstwoche eine Probe ihres Talents: Eine Szene aus den 'Illegalen' von Günther Weisenborn"
Dialog der Schauspieler:
- SS-Mann: "Setzen Sie sich doch, Herr Bullerjahn"
- Bullerjahn: "Ich heiße nicht Bullerjahn"
- SS-Mann: "Sondern?"
- Bullerjahn: "Becker. Arthur Becker"
- SS-Mann: "(...) Führst uns hier an der Nase rum! (...) Menschen deiner Art sind wir immer noch fertig geworden! Verstehst du? Du, ich frag dich jetzt zum letzten Mal: deine Wohnung ist Luisenstraße zehn"
- Bullerjahn: "Nein"
- SS-Mann: "Überleg dir das gut! Noch sitzt du hier gesund und munter. Wenn ich dich wieder nach deiner Wohnung frage, dann wirst du (...) du Drecksau dann noch nicht zugibst, daß du da wohnst, dann werde ich dich so lange fragen, bis die Engel die Antwort vom Himmel runtertönen"
- SS-Mann: "Was hast du denn, dein Gesicht ist ja ganz naß"
- Bullerjahn: "Ach, ich schwitze nur ein bißchen"
- SS-Mann: "Wo wohnst du also? Luisenstraße zehn"
- Bullerjahn: "Nein"
- Anderer SS-Mann: "(...) Allen Schikanen"
- SS-Mann: "Komm doch mal her, Kleine. Wie sagt man denn?"
- Maren Bullerjahn: "Guten Tag"
- SS-Mann: "Ach. Wie sagt man?"
- Maren Bullerjahn: "Heil Hitler!"
- SS-Mann: "Wie heißt du denn?"
- Maren Bullerjahn: "Maren Bullerjahn"
- SS-Mann: "Den Häftling (...) zu mir!"
- SS-Mann: "Wenn jetzt dein Papi reinkommt, dann läufst du ganz schnell auf ihn zu und rufst ganz laut 'Guten Tag, lieber Papi!'"
- Maren Bullerjahn: "Ja, ganz laut. Warum soll ich denn nicht 'Heil Hitler' sagen?"
- SS-Mann: "Nee, das mach nicht. Das hört dein Papi nicht gerne. Und dieses Blümchen hier, das schenkst du deinem Papi"
- Maren Bullerjahn: "Ja"
- SS-Mann: "Der liebe, gute Papi soll doch ein Blümchen bekommen"
- Maren Bullerjahn: "Das schenk ich ihm"
- SS-Mann: "Das ist direkt wie Weihnachten. Gleich geht die Tür auf und dann macht es 'kling kling'"
- Maren Bullerjahn: "Guten Tag Papi, hier ist ein Blümchen für dich, Papi. Was hast du denn Papi? Warum kommst du denn nicht nach Hause? Warum siehst du mich denn gar nicht an? Sag doch was!"
- Bullerjahn: "Ich kenne das Kind nicht"
- SS-Mann: "Herr Bullerjahn, Sie kennen ihr eigenes Mädel nicht?"
- Maren Bullerjahn: "Was sagst du da, Papi?"
- Bullerjahn: "Ach, meine kleine Marie!"
- SS-Mann: "Na also, Mann. Wollen Sie uns jetzt immer noch Geschichten erzählen? Wollen Sie immer noch leugnen, daß Luisenstraße 10 nicht ihre Wohnung ist? Wo wohnen Sie also?"
- Bullerjahn: "Ich wohne Luisenstraße 10"
- SS-Mann: "Na also. Man muß nur die richtigen Mittel anwenden, wie?"
- SS-Mann: "Kopf hoch! Wer noch einen hat!"
- Bullerjahn: "Und wenn sie dich fragen, warum ich gegangen bin, Marie, dann sag ihnen: Für die Freiheit! Hörst du? Für die Freiheit! Vergiß das nie!"
Lt. Kopie Bundesarchiv - Filmarchiv, Berlin |