Fritz Bauer Institut · Cinematography of the Holocaust


Deutsche Wochenschau // [Nr. 566 / 29 / 10.07.1941] ///. D: ? [DE, 1941]

ID

FBW000826      Weekly neewsreel

Country / Year

Germany, 1941

Original Title

Deutsche Wochenschau // [Nr. 566 / 29 / 10.07.1941] ///

Other Title(s)

[Beitrag 2: Der Lemberger Massenmord] /// [Beitrag 8: Harter Kampf um Jonava und Schaulen]

Produced by

Deutsche Wochenschau GmbH, Berlin

Length

955 m / 34'54'' (Wochenschau); 105,3 m / 3'51'' (Beitrag 2); 18,7 m / 0'41'' (Beitrag 8)

Format

35mm/sw/1:1,37

Dates

- 30 Jun 1941: Shooting period Beitrag 2
- 09 Jul 1941: Censor B 55637
- 10 Jul 1941: Censor B 55638

Remarks

1. "Abends Wochenschau bearbeitet. Mit erschütternden Szenen der bolschewikischen Greueltaten in Lemberg. Ein Furioso! Der Führer ruft an: das sei die beste Wochenschau, die wir je gemacht hätten. Ich freue mich sehr darüber." In: Joseph Goebbels-Tagebücher, Eintragung vom 08.07.1941.

Further Remarks

- Zensurlänge: 955 m / 34'54''
- Drehort: Lemberg (Beitarg 2), Janowo (Beitrag 8), Schaulen (Beitrag 8)

Subject Terms

1940-1949; Anti-Bolshevism; General government; Persecution of the Jews; Extermination of the Jews; Lvov; Pogroms; Poland; Synagogues

Holdings

- Bundesarchiv - Filmarchiv, Berlin: 935 m (Akt 2: 572 m; Akt 2: 363 m) / 34'10''; 35mm

Contents (detailed)

Protokoll (- min'sek''):
Beitrag 2:
- 0’00’’ Kolonne von Wehrmachtslastwagen auf Schotterweg. Lastwagen steckt in ausgefahrenem Weg fest. Auf Schildern an Lastwagen: "WH 852208" "WH 788480". Soldat schaufelt Erde vor Rad fort (nah); Rad dreht durch (groß) (div. kurze Einst.)
- 0’21’’ Soldaten begradigen Weg mit Schaufeln, schieben bepacktes Motorrad, schieben Auto an. Auf Motorradschild "WH 130715", auf Auto "G 165405". Kolonne von Jeeps auf Landstraße (div. kurze Einst.)
- 0’33’’ Lemberg in Rauchwolken (Obersicht); Wehrmachtsautos, Auf Auto "WH 422930". Panzer mit deutschen Soldaten auf belebten Straßen. Winkende Menschen am Straßenrand (div. kurze Einst., z.T. halbnah)
- 1’11’’ Gruppe von Menschen mit weinender Frau. Deutscher Soldat (nah). Schwenk über teilweise ausgebranntes, qualmendes Gefängnis mit vielen Einschußlöchern. Zivilisten transportieren Tote ab, legen Tote vor Gefängnis. Zwischenschnitte: weinende Menschen (div. kurze Einst., z.T. halbnah)
- 1’55’’ Schwenk über Reihe von Leichen. Zwei Frauen mit Kopftüchern betrauern Toten (div. Einst., z.T. halbnah)
- 3’04’’ Männer werden durch Menschenmenge gejagt, herumgestoßen. Mann wird abgeführt (div. kurze Einst., z.T. nah)
- 3’16’’ Einzelne Personen u. Gruppen: “Sowjettypen, Plünderer, Marodeure, in der Hauptsache Juden“ (K-Ton) (div. kurze Einst., z.T. nah)
- 3’34’’-3'51'' Männer zerschlagen Stalindenkmal mit Hammer, bringen Denkmal mit Seil zu Fall. Mann zerreißt Stalinplakat an Hauswand. Auf Schild an Wand "vbh vt;le yfhjlfvb b ,tpjgfcyjcn] yfitq hjlbys" ("mir meshdu narodami i besopasnost naschei rodiny" ["Friede zwischen den Völkern und Sicherheit für unsere Heimat"]. Menschenmenge applaudiert (div. kurze Einst.)
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- 0’00’-3'51'' Kommentarton: “Deutsche [...]verbände im Vormarsch auf Lemberg. [...] Lemberg: Die Stadt zeigt Spuren schwersten Kampfes. Bayerische Gebirgsjäger, die gleichen Truppen, die schon im Herbst 1939 heldenhaft um Lemberg gekämpft haben, eroberten auch diesmal wieder die Stadt. Die ukrainische Bevölkerung empfängt unsere Soldaten begeistert als Befreier vom Blutterror des Bolschewismus. Die jüdischen Agenten der GPU hatten kurz vor der Räumung der Stadt unzählige wehrlose ukrainische Nationalisten viehisch hingeschlachtet. Tausende unschuldiger Männer und Frauen fielen dabei dem bolschewistischen Blutrausch zum Opfer. Vor dem Lemberger Untersuchungsgefängnis: Hier verübten diese Bestien in Menschengestalt die grausigsten Mordtaten. Um die Spuren ihrer unbeschreiblichen Verbrechen zu verwischen, steckten sie beim Herannahen der deutschen Truppen das Gefängnis in Brand. Das Feuer wurde jedoch gelöscht, und so konnte diese ungeheuerliche Untat restlos aufgedeckt werden. Die Opfer dieser bestialischen Mordlust werden zur Identifizierung herausgetragen. Männer und Frauen, Kinder und Greise, nichts entging diesen Ungeheuern in Menschengestalt. Mit Messern, Äxten, Handgranaten und Maschinengewehren wurden diese unschuldigen Opfer bolschewistischer Mordgier grausam gemartert und hingeschlachtet. Das jüdische Mordgesindel, das mit den GPU-Agenten Hand in Hand gearbeitet hatte, wird von der empörten Menge den deutschen Truppen zur Bestrafung ausgeliefert. Eine grauenerregende Auslese von Lemberger Sowjettypen, Plünderer, Marodeure, in der Hauptsache Juden. Das sind die Bundesgenossen Churchills und seiner Plutokratenclique. Weg mit dem Gips-Kitsch. Die befreite Bevölkerung klatscht begeistert Beifall.“
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Beitrag 8:
- 0’00’’ Trümmerfeld in Janowo, auf Ortsschild "Jonava": Ruinen. Zerbombtes Haus. Im Hintergrund Türme der Synagoge. Hebräische Schrift über Synogogenportal. Synagogeninnenraum. Schwenk über Altar auf Gebetspult mit eingeritztem Davidstern (div. kurze Einst., z.T. nah)
-0’19’’ Mann mit Kappe läuft aus Haustür. Deutscher Soldat verfolgt ihn mit Gewehr in der Hand auf belebter Straße, ergreift ihn (div. kurze Einst., z.T. nah)
- 0’34’’-0’41’’ Männer: “Jüdische Ghettotypen“ (K-Ton), z.T. mit Bart u. Schildkappen oder Hut (nah) (zwei Einst.)
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- 0’00’’-0’41’’ "Kommentarton: “Jonava ist in deutscher Hand - ein Bild der Vernichtung. Was durch die Kämpfe verschont blieb, wurde von den Sowjethorden bei ihrem Rückzug zerstört. Nur die Synagoge blieb auf Anordnung der GPU-Kommissare völlig unversehrt. Das Judenviertel von Jonava, das gleichfalls nach dieser Anordnung verschont wurde, wird gesäubert. Auch hier terrorisierte das jüdische Gesindel im Bunde mit den GPU-Agenten die litauische Bevölkerung in der furchtbarsten Weise. Jüdische Ghettotypen - Abschaum der Menschheit."
Erschließung durch das Bundesarchiv - Filmarchiv, Berlin, redigiert