Fritz Bauer Institut · Cinematographie des Holocaust


IN ABWESENHEIT VERURTEILT. DER FALL OBERRLÄNDER. R: Worst [DE, 2002]

ID

FBW003458      TV-Dokumentation

Land / Jahr

Deutschland, 2002

Originaltitel

IN ABWESENHEIT VERURTEILT. DER FALL OBERRLÄNDER

Regie

Anne Worst

Produktion

Westdeutscher Rundfunk (WDR), Köln

Prod. / Stab

Redaktion: Beate Schlanstein

Auftritt

Theodor Oberländer (Vertriebenenminister, BRD)

Länge

45'

Zeitangaben

- 20.09.2002: Uraufführung, TV, WDR3

Synopsis

Aus den Unterlagen der Gauckbehörde geht hervor, dass die SED am Ende der 50er Jahre mit ihrer Kampagne gegen Theodor Oberländer (Vertriebenenminister) die "Wesensgleichheit des Bonner Systems mit dem Hitlerfaschismus" beweisen wollte. Dazu war Politik und Justiz der DDR jedes Mittel recht. 1960 wurde Oberländer in Ost-Berlin der Prozess gemacht - ein Schauprozess. Die jetzt vorliegenden Dokumente belegen, wie zu diesem Zweck Zeugenaussagen gefälscht, Verteidigungsrechte beschnitten und Weggefährten Oberländers unter Druck gesetzt wurden. Im Westen nahm sich eine internationale Kommission der SED-Vorwürfe an - aber auch hier wurde mit ähnlich unlauteren Mitteln gearbeitet. Es wurden Quittungen gefunden, die belegen, dass Oberländer die Kommission mit öffentlichen Geldern schmierte. Außerdem kam heraus, dass, als die Bonner Staatsanwaltschaft in Sachen Lemberg-Pogrom ermittelte, die Veteranen ihre Zeugenaussagen untereinander abgesprochen hatten. Lange weigerte sich Konrad Adenauer, "einem Mann den Kopf abzuschlagen, nur weil die SED es will". Am 3. Mai 1960 trat Oberländer als Minister schließlich doch noch zurück, einen Tag nach Erreichen seiner Pensionsberechtigung. Sein Bundestagsmandat behielt er.

Schlagworte

Deutsche Demokratische Republik; Gauckbehörde; Lemberg

Kopien

- Westdeutscher Rundfunk (WDR), Köln