Fritz Bauer Institut · Cinematographie des Holocaust


Bolsoj Koncert Narodov il Dychanie Cejn-Stoska. R: Aranowitsch [RU, 1991]

ID

FBW002869      Dokumentarfilm

Land / Jahr

Russland, 1991

Originaltitel

Bolsoj Koncert Narodov il Dychanie Cejn-Stoska

Andere Titel

Das große Konzert der Völker oder die Cheyne-Stokessche Atmung (deutscher Titel)
The Great Concert of Nations

Regie

Semjon Dawidowitsch Aranowitsch

Produktion

ASK (Amerikanisch-Sowjetische Filminitiative); in Zusammenarbeit mit Leninfilmstudio

Prod. / Stab

Drehbuch: Pawel Finn, Semjon Dawidowitsch Aranowitsch; Dramaturgie: Frisheta Gukasian; Kamera: Sergej Sidorow, Lew Kolganow, Ljudmila Krasnowa, Oleg Plaksin; Kamera, div.: Alexander Gussewa (Videoaufnahme); Schnitt: Tamara Gussewa; Ton: Galina Gorbonossowa; Musik: Alexander Knaifel

Länge

145'

Format

35mm/farbe/1:1,37

Zeitangaben

- 06.12.1991: Uraufführung, Moskau (Moskowskij Dom Filmow)
- 20.02.1992: Erstaufführung, BRD, Berlin (42. Internationale Filmfestspiele, Delphi, 22. Internationales Forum des Jungen Films)

Synopsis

Das Dokumentarmaterial dieses Films stammt aus sowjetischen Filmarchiven, u.a. auch aus dem Archiv des KGB, und wird ergänzt durch Interviews mit den Nachkommen der Opfer, aber auch durch Gespräche mit Tätern, sowie einem Leibwächter aus Stalins Umgebung und einem Aufseher des berüchtigten Butyrki-Gefängnisses. Leitmotiv ist das Gala-Konzert eines Films von 1952, der der friedlichen Co-Existenz aller Nationalitäten in der sowjetischen Versammlung gewidmet ist. In dem zweiteiligen Dokumentarfilm versucht Semjon Aranowitsch die Geschichte der Judenverfolgung in der Sowjetunion zu rekonstruieren. Es ist ein lange verschwiegenes, weil besonders peinliches Kapitel sowjetischer Historie, denn die rassistische Politik ging von einem Staat aus, der als Sieger über den deutschen Faschismus und seine Rassendoktrin gefeiert wurde. Zu Opfern der ersten antisemitischen Kampagne 1948-1949 wurden Mitglieder des antifaschistischen jüdischen Komitees, angesehene Künstler und Wissenschaftler. Das Staatliche Jüdische Theater GOSET und der jüdische Verlag wurden geschlossen und das Schwarzbuch über den Genozid der Nazis an den russischen Juden vernichtet. Eine zweite Welle der Judenverfolgung um 1951-1952 galt besonders der Beseitigung von Ärzten.

Schlagworte

1940-1949; 1950-1959; 1990-1999; American Jewish Joint Distribution Committee; Antifaschismus; Antisemitismus; Antisemitismus nach dem Zweiten Weltkrieg; Gefängnis; Judenverfolgung; Pogrom; Sowjetunion