Fritz Bauer Institut · Cinematographie des Holocaust


September, Oktober - Geschichten von J. K.. R: Gebhardt [DD, 1989]

ID

FBW002682      Kurz-Dokumentarfilm

Land / Jahr

DDR, 1989

Originaltitel

September, Oktober - Geschichten von J. K.

Andere Titel

Jan Koplowitz [AT]

Regie

Fritz Gebhardt

Produktion

DEFA-Studio für Dokumentarfilme (Gruppe Kontakt), Berlin/Ost

Prod. / Stab

Produktionsleitung: Heinz Klünder (PG Kontakt); Drehbuch: Fritz Gebhardt; Kamera: Hans Moser; Trickkamera: Thomas Rosié (Inserts); Schnitt: Ilse Gebhardt; Ton: Hartmut Haase, Rainer Pape; Musik: Karl-Ernst Sasse; Sprecher: Dieter Wien

Auftritt

Karl-Heinz Bomberg (Liedermacher)

Erwähnung

Bernd Karger-Decker; Werner Klemke; Helmut Hauptmann; Helga Königsdorf; Alexander Abusch; Walther Victor; Horst Lommer; Leo Menter; Herbert Baum; Marianne Baum; Martin Kochmann; Sara Kochmann; Gerd Meyer; Hanni Meyer; Suzanne Wesse; Irene Walter; Heinz Birnbaum; Heinz Rotholz; Hella Hirsch; Alice Hirsch; Edith Fraenkel; Felix Heymann; Werner Steinbrink; Hilde Jadamowitz; Hans Adler; Hans Joachim; Marianne Joachim; Siegi Rotholz; Lotte Rotholz; Lothar Salinger; Hilde Löwy; Herbert Budzislawsky; Helmut Neumann; Hardel Neumann; Kurt Bernhard; Herbert Meyer; Egon Erwin Kisch (Mentor von Koplowitz); Kurt Barthel (als: Kuba) (Schriftsteller)

Statement(s) von

Jan Koplowitz (Schriftsteller)

Länge

887 m / 32'25''

Format

35mm/farbe/1:1,37

Zeitangaben

- 17.11.1989: Kinostart

Anmerkungen

1. Videokopie: DEFA-Sammlung der Mediothek in der Universität Oldenburg

Synopsis

Der Film wurde zum 80. Geburtstag des Schriftstellers und Auschwitz-Überlebenden Jan Koplowitz gedreht. Gezeigt werden Alltagsszenen im Leben von Koplowitz im September und Oktober 1988. Koplowitz erzählt seine und die Geschichte seiner Angehörigen. Viele seiner Erlebnisse erzählt er anekdotisch. So berichtet er von seiner Cousine Hertha, einer begabten Modeschneiderin. Sie überlebte Auschwitz und den Todesmarsch. In Auschwitz mußte sie in der Schneiderei arbeiten. Als Koplowitz sie nach dem Krieg einmal bat, ihm einen Knopf anzunähen, wurde sie "plötzlich kreideweiß, fing am ganzen Körper an zu zittern und sagte: ‘In der untersten Schublade der Kommode findest du ein Nadelkissen und ein Nähkästchen - mach dir das bitte selbst - ich kann’s nicht!’ Eine der berühmtesten Modeschöpferinnen war nach Auschwitz nicht mehr in der Lage, eine Nadel anzufassen und mir einen Knopf anzunähen“.

Schlagworte

1930-1939; 1940-1949; 1980-1989; Biographie; Deutsche Demokratische Republik; Familie; Folgen der Lagerhaft; Folgen des Holocaust; Friedhof; Grabstein; Holocaust-Überlebender; Kulturpolitik; Künstler

Kopien

- Bundesarchiv - Filmarchiv, Berlin: 887 m / 32'25''; 35mm

Verleih

Progress Film, Berlin (aktuell)

Materialien

- Bundesarchiv - Filmarchiv, Berlin; Fotos

Literatur

- Schulz, Günter / Fitzek, Silke / Hackbarth, Doris / Barndt, Götz / Wiehring von Wendrin, Lydia (Red.): Filmobibliografischer Jahresbericht 1989, Filmwissenschaftliche Bibliothek, Bundesarchiv - Filmarchiv (Hg.), in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Film und Fernsehen 'Konrad Wolf', 1993

Inhalt (detailliert)

Einstellungsprotokoll (- m):
Rolle 1:
- Mann sitzend mit verschränkten Armen erzählt (halbnah)
- Junge Frau (halbnah)
- Mann, s.o.
- "Vorspann - Titel"
- Holztreppe, (Fahrt) die Stufen hoch
- Bücher, Zimmer unter dem Dach, viele Bücher, Schreibtisch des Autors
- Autor Jan Koplowitz liest aus seinem Werk (halbnah am Tisch sitzend)
- Buch auf dem Schreibtisch liegend nah ins Bild, Titel: "‘Bohemia’ - mein Schicksal - Jan Koplowitz“
- Foto mit zwei ca. 3-4jährigen Kindern, laut Kommentar Koplowitz und seine "damalige Verlobte
- Foto, ca. 9jährig, seine Cousine Hertha (phon.) und Koplowitz
- Koplowitz sitzt erzählend an seinem Schreibtisch (berichtet über seine jüdische Familie)
- Foto, Kamera zoomt auf Hertha, jetzt ca. 20-25 jährig
- Arbeitszimmer des Autors, sein Terminkalender (nah), er blickt in den Terminkalender und berichtet von seinen Verpflichtungen
- Programmheft: zu lesen: "Kulturbund der DDR, Kreisleitung Berlin Weißensee, Indira-Gandhi-Straße131, Berlin 1120, Telefon 365[...] VERANSTALTUNGEN September / Oktober 1988; "Mittwoch, den 26. Oktober 1988, 19 Uhr Klub des Kulturbundes Weißensee, Indira-Gandhi-Straße[...] PODIUM FÜR JUNGE LEUTE Der Liedermacher Karl-Heinz Bomberg stellt sein Programm "Immer noch...“ vor. Gesprächsleitung: Jan Koplowitz (Telefonische Voranmeldung unbeding[sic!] erforderlich Eintritt: 2,05 M, Kulturbundmitglieder kostenlos [...]“
- Koplowitz und der Liedermacher bei der Veranstaltung, Koplowitz signiert Bücher, Programmheft: "Jeden 4. Donnerstag des M[...] Klubräume des Kulturbundes, Indira-Ga[...] LESENDE UND SCHREIBEND[...] Leiter: Jan Koplowitz Jugendklub "Weißenseer Spitze“, Heiners[...] Jeden 2. Freitag des Monats,[...]“
- Gesicht des Autors in verschiedenen nahen Einstellungen
- Programmheft: "Weißenseer Notizen aufgeschrieben und erzählt von bekannt[...] Jan Koplowitz - Das Grab der Josefine - Bernd Karger-Decker - Im Gespräch mit einer Anästhesieschwester im Kran[...] - Prof. Werner Klemke - Mein Kietz (...) Helmut Hauptmann - Der Zug nach[...]“
- Koplowitz bei verschiedenen Gelegenheiten, Vorträge und Gespräche (div. Einst.)
- Programmheft: "11. Oktober 1988, 19 Uhr Kulturbundes Weißensee, Indira-Gandhi-Straße 131 DER LITERARISCHE DIENSTAG Im Gespräch mit Helga Königsdorf Sie wird aus ihrem Manuskript "Lichtverhältnisse“ [...] das Ende 1988 im Aufbauverlag erscheint. Gesprächsleitung: Jan Koplowitz Eintritt: 2,05 M, Kulturbundmitglieder kostenlos (Telefonische Voranmeldung unbedingt erforderl[...]“
- Der Autor bei verschiedenen Gelegenheiten (div. Einst.)
- Brunnen in Karlsbad, Koplowitz kauft die "Prager Volkszeitung“ vom 2. September 1988, Zeitung wird gezeigt mit der Seite: Artikel über Koplowitz: "WAS VERBINDET JAN KOPLOWITZ MIT BÖHMEN?“, Einstellung des Autors mit der Autorin des Artikels im Gespräch
- Autor im Gespräch (div. Einst.)
- Autofahrt - Autobahn
- Alte Filmaufnahme: Koplowitz mit Mann, der ein Lied singt
- Koplowitz in einem Café, erzählt
- Koplowitz vor einem Plakat an einer Litfaßsäule
- Im Volkspark in Halle, Liedermacher Friedemann Kolbe (phon.) singt
- Hochzeitsfeier seiner Familie in den 20iger Jahren (Foto), laut Kommentar: "Acht der Verwandten auf diesem Bilde sind später von den Nazis umgebracht worden. In Auschwitz auch seine Mutter. Die frühverlobte Cousine Hertha (Zoom auf die Person auf dem Foto nah) hat überlebt.“ (Koplowitz berichtet, daß sie 1939 verhaftet und nach Auschwitz gebracht wurde. Sie konnte dort in der Schneiderei arbeiten, überlebte auch den Todesmarsch und siedelte später nach Frankfurt am Main. Als Koplowitz sie später einmal bat, ihm einen Knopf anzunähen, wurde sie (Zitat K.): "plötzlich kreideweiß, fing am ganzen Körper an zu zittern und sagte: ‘In der untersten Schublade der Kommode findest du ein Nadelkissen und ein Nähkästchen - mach dir das bitte selbst - ich kann’s nicht!’ Eine der berühmtesten [...] Modeschöpferinnen war nach Auschwitz nicht mehr in der Lage, eine Nadel anzufassen und mir einen Knopf anzunähen. Das war Auschwitz.“)
- Grabsteine auf einem Friedhof (vermutl. Weißensee)
- Schreibtisch, Schwenk über Bücher
- "Kuba" (Foto)
- Koplowitz am Schreibtisch, erzählt
- Foto noch einmal mit dem Autor als Kind und der Cousine (ca. 9jährig)
- Fotos von Koplowitz in unterschiedlichem Alter und mit anderen Männern zusammen (div. Fotos)
- Koplowitz vor einem Schneidepult, berichtet von dem Film, den er mitgemacht hat, über die Maxhütte, Ausschnitte aus dem Film (vermutlich), viel Eisen-Arbeit
- Halle-Neustadt zur Zeit der Filmaufnahme
- Broschüre: "28. September 1948. Die Weltbühne. Von Auschwitz nach Berlin von Alexander Abusch - Schmurgeltopf jenseits des Rheins von IWO Paris - "Wenn jemand...“ von Pall Mall - „...eine Reise tut...“ von Jan Koplowitz - Partei von Caliban[...] - Scholz pro Scholz von Pauline Nardi[...] Beiträge von Walther Victor, Horst Lommer, Leo Menter - Superfestungen“
- Aufnahmen (vor 40 Jahren) aus der Maxhütte (Stahl-Eisenproduktion) abwechselnd mit Gesicht des Autors, arbeitende Menschen
- Halle-Neustadt "heute“ (div. Einst.) von Hochhäusern und den Mietblocks dort, Gärtner pflanzen in der Passage des Fußgängerzentrums
- Autor an seinem Schreibtisch, erzählt
- Koplowitz mit Kippa auf dem Friedhof Weißensee, Grabstein mit Inschrift: "DEN ANGEHÖRIGEN DER GRUPPE HERBERT BAUM HINGERICHTET IN DEN JAHREN 1942/43 MARIANNE BAUM 30 JAHRE MARTIN KOCHMANN 30“ SALA KOCHMANN 30“ GERD MEYER 22“ HANNI MEYER 22“ SUZANNE WESSE 29“ IRENE WALTER 22“ HEINZ BIRNBAUM 23“ HEINZ ROTHOLZ 21“ HELLA HIRSCH 22“ ALICE HIRSCH 19“ EDITH FRAENKEL 21“ FELIX HEYMANN 26“ WERNER STEINBRINK 26“ HILDE JADAMOWITZ 26“ HANS ADLER 30“ HANS JOACHIM 21“ MARIANNE JOACHIM 21“ SIEGI ROTHOLZ 21“ LOTTE ROTHOLZ 20“ LOTHAR SALINGER 23“ HILDE LÖWY 20“ HERBERT BUDZISLAWSKY 22“ HELMUT NEUMANN 21“ HARDEL NEUMANN 31“ KURT BERNHARD 40“ HERBERT MEYER 32“ SIE SIND IM KAMPFE FÜR FRIEDEN UND FREIHEIT GEFALLEN“
- Verschiedene Grabsteine (Inschrift: "LESSER URY[...]“, "RECHA WARSCHAUER GEB. BLUM 20. SEPT. 19[...]“
- Foto der Familie
- Friedhof Weißensee
- Besucht Grab der Großmutter Josefine, die 1926 auf diesem Friedhof beigesetzt wurde, Inschrift: "RUHESTÄTTE UNSERER GELIEBTEN MUTTER, GROSS- UND SCHWIEGERMUTTER JOSEFINE POLLAK GEB. 11. MAI 1854 GEST. 10. MAI 1926.“
- Jüdisches Gemeinschaftsgrab
- Koplowitz bei einer Veranstaltung, der Sänger vom Beginn des Films tritt auf (Karl-Heinz Bomberg), Bomberg singt Lied und begleitet sich auf Gitarre, dazwischengeschnitten das Gesicht von Kopolew
- Koplowitz in Marzahn, Stadtbild, Straßen, Menschen dort (div. Einst.)
- Koplowitz erzählt frontal in die Kamera sitzend einen jüdischen Witz
- Abspann
Lt. Kopie: Bundesarchiv - Filmarchiv, Berlin

Vor- / Nachspann

- 1. September, / Oktober... / Geschichten von / J. K.
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- 1. Produktion Heinz-W. Klünder / Ton Hartmut Haase / Rainer Pape / Inserts Thomas Rosié / Musik Karl-Ernst Sasse / Schnitt Ilse Gebhardt / Kamera Hans Moser / Buch und Regie Fritz Gebhardt
- 2. Ein Film / des / VEB DEFA-Studios / für Dokumentarfilme / Gruppe "Kontakt“ / © DDR 1989
Abschrift lt. Kopie: Bundesarchiv - Filmarchiv, Berlin