Fritz Bauer Institut · Cinematographie des Holocaust


Tag - Bericht aus einem deutschen KZ 1939. R: Monk [DE, 1965]

ID

FBW000809      TV-Spiel

Land / Jahr

BR Deutschland, 1965

Originaltitel

Ein Tag - Bericht aus einem deutschen KZ 1939

Regie

Egon Monk

Produktion

Norddeutscher Rundfunk (NDR), Hamburg

Prod. / Stab

Produktionsleitung: Günter Handke; Aufnahmeleitung: Ulrich Misseling, Hans Hutter; Regieassistenz: Klaus Wildenhahn; Szenarium: Herbert Kirchhoff, Albrecht Becker; Kamera: Walter Fehdmer; Kameraassistenz: Michael Vallenthin, Fritz Peters; Schnitt: Irene Brunhöver; Schnittassistenz: Inge Lüdecke; Ton: Hans Diestel; Requisiten: Martin Herden (Aussen), Walter Kresin (Innen), Horst Biermann (Innen), Heinz Lemke (Innen); Kostüme: Brigitte Dankwardt; Garderobe: Rudolf Grininger, Claus Carlsen, Heinz Lemke

Darsteller

Josef Fröhlich (Hans Neumann); Hartmut Reck (Ernst Springer); Hans Stadtmüller (Ludwig Pfitzner); Heinz Giese (Herrmann, Lagerältester); Ernst Ronnecker (Reusch, 2. Lagerältester); Eberhard Fechner (Mennes); Josef Schaper (Katz); Ernst Jacobi (Pfarrer); Gert Haucke (Rüttig, Lagerführer); Conny Palme (Eichner, Rapportführer); Peter Lehmbrock (Blockführer 1); Herbert Leonhard (Blockführer 2); Günter Langer (Blockführer 3); Frank Straass (Blockführer 4); Peter Lakenmacher (Paschke, SS-Mann)

Länge

90'

Format

16mm/sw/1:1,37

Zeitangaben

- 06.05.1965: Uraufführung, TV, ARD

Synopsis

Im Lager "Altendorf" sind vorwiegend politische Häftlinge sowie Kleinkriminelle interniert, nur ein geringer Anteil sind Juden. Der Tag beginnt mit dem Appell auf dem Lagerplatz. Gleichzeitig kommen neue Häftlinge an, die rasch in den täglichen Ablauf integriert werden. Die Häftlinge sind in verschiedene Arbeitskommandos eingeteilt. Ein Kommando soll an diesem Tag im Lager bleiben und eine Grube ausheben: 40 m lang, 3 m breit und 2 m tief. Während der Arbeit sterben einige Häftlinge an Erschöpfung. Einer der Oberscharführer der SS kommandiert die wenigen Juden im Lager zur Arbeit. Am Mittag bekommt das Kommando den Befehl, die Grube wieder zuzuschütten und den Platz zu planieren. Die zum Planieren herangezogenen Juden müssen sich eng zusammenstellen, auf Anweisung eines Oberscharführers rhythmisch rufen "Den Juden den Tod!" und dazu mit den Füßen aufstampfen. Währenddessen wird der Tod des "Judenältesten" inszeniert. Der Oberscharführer wirft die Kappe des Juden in den Stacheldrahtzaun und fordert den Mann auf, die Kappe aus dem Zaun zu holen. Auf dem Weg dorthin wird der Mann "auf der Flucht erschossen". Der Tag endet erneut mit Appellstehen auf dem Lagerplatz. Ein "Bibelforscher", der am Tag zu einem verstorbenen Häftling einige geistliche Worte gesprochen hatte, wird an den Händen vor versammelter Mannschaft hochgebunden. Drei weitere Häftlinge werden durch besondere Exerzierübungen für Fehlverhalten bestraft. Der Lagerkommandant verläßt das Lager zur privaten Gestaltung des Abends. Es sind einige historische Aufnahmen eingeschnitten: Neujahrsempfang des Diplomatischen Corps in der Reichskanzlei, internationale Tanzveranstaltung und Berliner Varietés und Kinoeingänge.

Schlagworte

Appell; Appellplatz; Arbeitsbedingungen; Juden; Krimineller (KZ-Häftling); Lager; Misshandlung; Politischer Häftling (KZ-Häftling); Strafe

Kopien

- Norddeutscher Rundfunk (NDR), Hamburg: 90'; 16mm

Literatur

- Felix, Jürgen / Giesenfeld, Günter / Heller, Heinz-B. / Hickethier, Knut / Koebner, Thomas / Prümm, Karl / Solms, Wilhelm / Vogt, Guntram (Hg.): Deutsche Geschichten. Egon Monk - Autor, Dramaturg, Regisseur. Augen-Blick. Marburger Hefte zur Medienwissenschaft, Heft 21, Schüren: Marburg 1995 1995